Der Wohnungsbau bleibt das Sorgenkind der deutschen Bauwirtschaft. So wurden im Jahr 2024 laut der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts lediglich 251.900 neue Wohnungen fertiggestellt.1 Dies ist ein Rückgang um 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erneut deutlich weniger als die jährlich benötigten 400.000 Wohnungen, die erforderlich wären, um dem wachsenden Wohnraumbedarf gerecht zu werden. Besonders starke Rückgänge gab es 2024 bei den meist von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern: Mit 54.500 Einfamilienhäusern wurden 22,1 Prozent weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 26,2 Prozent auf 17.600. Auch die sinkende Zahl der Baugenehmigungen stimmt bedenklich. Sie ging im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent auf 215.300 zurück und war damit deutlich niedriger als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen.
Wohnungsbau ist in Deutschland teurer als in anderen Ländern.
Wohnungsbau Deutschland: Verlässlichen Rahmen schaffen
Bei diesen Zahlen stellt sich schnell die Frage, was die neue Bundesregierung für den Hausund Wohnungsbau tun kann. Klar muss in diesem Zusammenhang zunächst einmal sein: Bauherren, Investoren und Familien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, denen sie vertrauen können. Dazu zählen planbare Zinsen, stabile Förderprogramme und ein fairer Zugang zu Grundstücken. Unterstützung könnte hierbei das Infrastrukturpaket der Bundesregierung liefern. Mehr Dynamik schaffen aber auch schnellere Genehmigungsverfahren, der Abbau von Bürokratie in der Verwaltung oder einfachere Baustandards wie der Gebäudetyp E. Dieser Typ ermöglicht einfaches und experimentelles Bauen, ohne die Gebäudesicherheit zu gefährden. Dabei geht es darum, auf Standards zu verzichten, die nicht zwingend nötig sind, und gleichzeitig innovative Lösungen zu fördern sowie Kosten zu senken.
Kostentreiber Staat
Gerade aufgrund der hohen Baukosten schrecken viele Haushalte vor Bauvorhaben zurück oder können sich das Bauen schlichtweg nicht mehr leisten. Für Neubauwohnungen müssen in Deutschland 5.150 Euro pro Quadratmeter ausgegeben werden. Damit sind sie teurer als in vielen anderen europäischen Ländern. Ein zentraler Kostentreiber ist hierbei der Staat. Fast ein Drittel dieser Kosten, etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter, werden direkt durch Steuern und öffentliche Abgaben verursacht, zeigt eine aktuelle Analyse von CBRE, für die neben Deutschland auch die Wohnbaukosten in Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen und Schweden untersucht wurden.2