gläserne Weltkugel in der Natur mit umweltfreundlichen Holographen
Grüne Energien geben Deutschland Rückenwind. iStock / Galeanu Mihai

Wirtschaftliche Transformation

Mehr Mut tut gut

Deutschland steht vor einem doppelten Wandel: Wettbewerbsfähigkeit sichern und zugleich den Übergang in einen klimaneutralen Wirtschaftsalltag gestalten. Wo technologische Spitzenleistungen, zupackende Umsetzung und grüne Geschäftsmodelle zusammenfinden, entsteht neuer Wohlstand für die gesamte Gesellschaft.

JB
· 2025
Erschienen in

Next Economy

am 15. Dezember 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Was ist eigentlich diese „Next Economy“? Im Kern ist sie die Idee einer Wirtschaftsweise, die nicht länger auf Kosten von Klima, Ressourcen und sozialem Zusammenhalt wächst, sondern stattdessen Wohlstand, Fairness und ökologische Grenzen zusammen denkt. Es geht um eine...

Deutschland bleibt ein Land mit starker Forschung und verlässlicher Industrie, doch beim Übersetzen von Ideen in breite Anwendung fehlt oft ein halber Gang. Das European Innovation Scoreboard 2025 führt die Bundesrepublik als „Strong Innovator“ mit 111,1 Prozent des EU-Durchschnitts auf Rang 9 unter den EU-Staaten, im erweiterten Vergleich kommt es auf Rang 13. Zu den Stärken des Landes gehören demnach die Investitionen in Forschung & Entwicklung bei den Unternehmen, Schwächen sieht die Studie unter anderem bei den digitalen Kompetenzen. Gerade in Feldern wie künstlicher Intelligenz, Prozessdigitalisierung und Robotik entscheidet weniger die nächste „Moonshot“-Erfindung als die Fähigkeit, bewährte Lösungen zügig und sicher in die Fläche zu bringen.

Grün als Innovationsmotor

Wirtschaftliche Transformation gelingt auch dort, wo Nachhaltigkeit zur Effizienzdisziplin wird. Mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien erhält die Elektrifizierung von Produktion, Wärmeerzeugung und Mobilität Rückenwind. Zugleich mahnt die Industrie, Planungs- und Netzausbauhürden schneller zu beseitigen. Eine Analyse des BDI beziffert das Einsparpotenzial einer effizient umgesetzten Energiewende auf über 300 Milliarden Euro bis 2035, ohne dabei die Klimaziele zu gefährden. Für Unternehmen heißt das: Produkte von Anfang an kreislauffähig denken, Material- und Energieflüsse digital erfassen oder auch CO₂ in der Lieferkette aktiv steuern. Treiber dafür sind klare Ziele, belastbare Daten und Standards; Hemmnisse bleiben Netzinfrastruktur, Genehmigungszeiten und Kapitalbindung.

 

Wirtschaftliche Transformation gelingt dort, wo Nachhaltigkeit zur Effizienzdisziplin wird.

Wirtschaftliche Transformation: Perspektiven schaffen

In den Vorstandsetagen ist die Richtung gesetzt. Laut PwC Global CEO Survey 2025 zeigt die Umsetzung von KI-Lösungen bereits Wirkung: 56 Prozent der Befragten berichten von Effizienzgewinnen, 34 Prozent von höherer Profitabilität, 32 Prozent von mehr Umsatz. Zugleich sehen viele ohne Erneuerung die eigene Firma langfristig gefährdet. Klar ist: Wer Dienstreisen und Logistik klimafreundlicher plant, IT-Infrastruktur grün beschafft und breit in Fähigkeiten investiert, verbindet Produktivität mit Akzeptanz und macht aus Transformation gelebte Praxis.