Was verstehen Sie unter einer Kreislaufwirtschaft – und warum ist sie so wichtig?
Babendererde: Es geht darum, von endlichen Ressourcen wegzukommen und ausschließlich nachwachsende oder recycelte Rohstoffe einzusetzen. Produkte und deren Rohstoffe sollten nicht mehr verschwendet werden oder im Abfall enden – das ist das Ziel. Die Kreislaufwirtschaft ist der Weg in die Zukunft und erfordert eine Gesamtbetrachtung aller Prozesse und Materialien für die Lebensmittelproduktion. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren begrenzten Rohstoffquellen auf der Erde und unserem Klima war deshalb noch nie so wichtig.
Welche Rolle spielt die Verpackungs- und Lebensmittelindustrie dabei und vor welchen Herausforderungen steht sie?
Lazo Muñoz: Wir müssen immer alle Stufen der Wertschöpfungskette betrachten – und den gesamten Prozess aktiv mitgestalten. Allein in Deutschland beschäftigen wir uns seit über 30 Jahren als Industrie mit dem Thema. Man schafft es nur gemeinsam. Gerade für die Lebensmittelindustrie ist es nicht immer leicht, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit zu vereinbaren. Wie es gelingen kann, zeigen beispielsweise die aseptischen, also keimfreien, Getränkekartons von Tetra Pak®. Sie bieten den Vorteil, dass sie Lebensmittel länger haltbar machen – monatelang ohne Kühlung und Konservierungsstoffe. Zudem besteht die Verpackung überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern.
Welchen Beitrag leistet Tetra Pak® für eine Kreislaufwirtschaft?
Babendererde: Wir sind stolz auf die Einführung der ersten vollständig pflanzenbasierten Verpackung in 2015. Ebenso wichtig ist jedoch ein funktionierendes Recyclingsystem dahinter, um alle Rohstoffe, also nicht nur die Papierfasern im Karton, wiederverwerten zu können. Dazu haben wir unter anderem 2021 als Industrie die erste Recyclinganlage für Polyethylen-Aluminium-Bestandteile in Deutschland ermöglicht. So verwerten wir die Rohstoffe der Getränkekartons für neue Produkte wie Möbel, Mehrwegkunststoffpaletten, Kanister und vieles mehr. Jährlich investiert Tetra Pak® weltweit 100 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung, um Getränkekartons noch weiter zu optimieren.
Getränkekartons werden beim Thema Nachhaltigkeit auch kritisch gesehen. Was sagen Sie dazu?
Lazo Muñoz: Es gibt eine Vielzahl an Ökobilanzen, mit denen sich die ökologische Vorteilhaftigkeit von Getränkekartons im Vergleich zu anderen Getränkeverpackungen belegen lässt. Auch wenn die Bestandteile gerne kritisch diskutiert werden: Am Ende ist doch entscheidend, dass sie wieder verwertet werden können. Aufklärung ist wichtig – und die Gewissheit, dass aus einem Getränkekarton wieder neue, sinnvolle Dinge entstehen. Um Getränkekartons recyceln zu können, müssen sie jedoch nach Gebrauch richtig entsorgt werden. Und zwar in der gelben Tonne oder dem gelben Sack. Hier kann jeder Verbraucher und jede Verbraucherin einen Beitrag leisten.
1 https://www.unido.org/stories/new-research-shows-food-system-responsible-third-global-anthropogenic-emissions
2 https://www.saveonethird.org