Auf dem Bild sieht man die Vernetztheit der Welt. Ein Zeigefinger berührt das Profil einer Person, die mit vielen weiteren vernetzt ist.
Digitale HR-Konzepte optimieren den Einstellungsprozess. Foto: iStock / ipopba

Personalmanagement Software

Bewerbungsverfahren automatisieren

Stellenausschreibungen auf Social-Media-Kanälen oder Job-Portalen sind für Unternehmen heutzutage Standard. Aber das ist nur ein Anfang. Mit Recruiting-Software lässt sich der gesamte Prozess der Stellenbesetzung schneller, effizienter und transparenter durchführen. Die Vorteile überwiegen, doch es gibt auch Grenzen.

Von Andrea von Gersdorff
· 2024

Die Verwaltung von Stellenausschreibungen und Einstellungsprozessen ist ein zeitaufwendiges Geschäft, wenn jede Bewerbung und jeder Akt händisch bearbeitet werden. Recruiting-Software vereinfacht das Ganze: Alle Bewerberdaten werden von Beginn an in einem Online-Formular innerhalb der Stellenanzeige erfasst, sodass die Dateneingabe im Unternehmen von Hand entfällt und auch die Fehlerquote sinkt. Gleichzeitig können alle am Einstellungsverfahren Beteiligten jederzeit auf die Daten zugreifen – auch die Bewerber und Bewerberinnen können jederzeit den Stand ihrer Bewerbung einsehen. Ferner gehören Terminerinnerungen bezüglich Vorstellungsgesprächen oder Rückmeldungen für die Personalabteilung ebenso zu den Tools der Recruiting-Software wie die Möglichkeit, Bewerbungen nebeneinanderzustellen und zu vergleichen. 

Personalmanagement-Software: Die Zukunft des automatisierten Multi-Postings

Manche Software ermöglicht das Multi-Posting von Stellenanzeigen: Die Anzeige wird dann gleichzeitig auf denjenigen Stellenbörsen und Social-Media-Kanälen veröffentlicht, die für die Zielgruppe relevant sind. Das erhöht Reichweite und Trefferquote der Anzeige und sorgt gleichzeitig für eine Vorauswahl passender Kandidatinnen und Kandidaten. Das wiederum erhöht die Mitarbeiterbindung, wenn die Stellenausschreibung und der neue Job genau der Wunschvorstellung entsprechen. Die Fluktuation im Unternehmen sinkt. Für das Veröffentlichen und auch das Verfassen und SEO-Optimieren von Jobinseraten sorgen einige Recruiting-Programme inzwischen auch mithilfe von Generativer Künstlicher Intelligenz (KI).

Grenzen der KI

Doch die zielgenaue Rekrutierung mittels KI hat noch Grenzen. Wenn KI-basierte Rekrutierung auf dem aufbaut, was erfolgreich war, kann es zur Benachteiligung anderer Gruppen kommen und zu weniger Diversität im Unternehmen führen. Bei dem sogenannten KI-Bias handelt es sich um eine Voreingenommenheit des Algorithmus gegenüber bestimmten Personengruppen, ohne dass dies so beabsichtigt ist. Ebenso muss die KI-basierte Verarbeitung von Bewerbungen mit personenbezogenen Daten sensibel erfolgen, da bei Datenschutzverstößen aufsichtsrechtliche Sanktionen und Schadenersatzansprüche von Betroffenen drohen können. Wer sich für ein solches Programm entscheidet, sollte das im Blick haben. 

Erschienen in

Karriere 4.X

am 30. September 2024 in „Süddeutsche Zeitung“
In einer Zeit, in der der digitale Wandel immer rasanter an Fahrt aufnimmt, wird die Bedeutung von IT-Fachkräften und Ingenieurberufen immer entscheidender für Erfolg und Wohlstand von Unternehmen und Volkswirtschaften. Von Cloud Computing über Künstliche Intelligenz bis hin zu...