In Deutschland betrachten inzwischen 41 Prozent der Unternehmen Nachhaltigkeit als sehr wichtig für ihre Strategie – eine Steigerung um über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen „Global Sustainability Barometer“ von Microsoft und dem IT-Dienstleister Kyndryl hervor. Besonders im Fokus der Firmen stehen dabei Kreislaufwirtschaft, ESG-Strategien und Lieferketten-Transparenz.
Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zu halten. Unternehmen setzen dabei auf langlebige, reparierbare Produkte und geschlossene Stoffkreisläufe. Hinzu kommen gesetzliche Bestimmungen, wie etwa in Deutschland die Altgeräterücknahmepflicht für Elektrogeräte. Auch in der Modeindustrie entstehen zirkuläre Geschäftsmodelle, zum Beispiel durch Textilrecycling oder das Leasing von Kleidung.
Nachhaltigkeit im Unternehmen als strategische Notwendigkeit
Ressourcenknappheit, steigende Rohstoffpreise und strengere Umweltvorgaben machen die Kreislaufwirtschaft nicht nur zu einem Umweltprojekt, sondern zu einer strategischen Notwendigkeit. Da ist es eher erstaunlich, dass bisher nur fast die Hälfte (46 Prozent) der im Rahmen des Global-Sustainability-Barometers befragten Unternehmen IT-Technologien speziell zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen nutzen. Wirklich nachhaltig agiert nur, wer klare Ziele verfolgt und diese messbar macht. Hier kommen ESG-Strategien ins Spiel. Das sind Konzepte, die ökologische (Environmental), soziale (Social) und Governance-Aspekte in die Unternehmensführung integrieren. Teilweise freiwillig, teilweise gesetzlich verpflichtet, richten immer mehr Firmen ihre Geschäftsstrategien daran aus. Das reicht von CO₂-Reduktionszielen über Diversitäts- und Schulungsprogramme bis hin zu Special Reportings.
Last but not least spielen transparente Lieferketten eine wichtige Rolle, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen, Umweltzerstörung – Unternehmen stehen unter Druck, Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu übernehmen. Neue gesetzliche Rahmen, wie etwa das deutsche Lieferkettensorgfaltspflich-tengesetz, fordern genau das. Firmen müssen heute prüfen, dokumentieren und offenlegen, wie sie Umwelt- und Sozialstandards bei Zulieferern sicherstellen.