So ist es kein Wunder, dass uns Kunststoffverpackungen alltäglich begegnen, entweder als Umverpackung für Konsumgüter, als Verpackung für Lebensmittel, aber auch als gewerbliche Verpackungen. Was den Kunden beim Einkauf oder der Lieferung von Waren meist nicht auffällt, ist, dass das Gewicht der Verpackungen vor allem im privaten Konsum in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat. Möglich wurde dies durch die Verringerung von Wand- und Folienstärken, insbesondere durch dünne flexible Folien im Lebensmittelbereich, durch bessere Materialeigenschaften sowie optimierte Formgebung und Verarbeitungstechniken. Dabei konnte sogar Material bei gestiegenen Ansprüchen an die Verpackung – zum Beispiel Wiederverschließbarkeit – eingespart werden.
Leichte Kunststoffe: weniger Gewicht, weniger Ressourcenverbrauch
Doch die Gewichtsreduzierung geht weiter: Ultraleichte Kunststoffverpackungen, sogenannte Skin-Folien, legen sich wie eine zweite Haut um das Produkt: Die Lebensmittel liegen auf einer Schale und beides wird von der Skin-Folie umhüllt und versiegelt. Moderne Skin-Folien können je nach Bedarf Sauerstoff abschirmen oder auch Wasser aufnehmen. Auf jeden Fall verlängern sie die Haltbarkeit der Lebensmittel, wiegen aber nur einen Bruchteil dessen, was herkömmliche Beutel und Sachets auf die Waage bringen. Und das ist auch gut so. Denn weniger Verpackungsgewicht bedeutet auch weniger Ressourcenverbrauch. Und das nicht nur beim Transport der Waren. Auch für die Herstellung der Verpackungsmaterialien werden weniger Ressourcen benötigt. Flexible Verpackungslösungen, wie Beutel, Sachets oder Wrap-Verpackungen, haben ein niedriges Gewicht und damit einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck als formstabile Alternativen.
Viele Schichten erschweren Recycling
Wiederverwendbar oder problemlos recycelbar sind die dünnen Kunststoffe deswegen aber noch lange nicht. Denn die dünnen Folien bestehen aus mehreren Materialschichten verschiedener Kunststoffe. Das macht ein Recycling fast unmöglich, da die verschiedenen Folien zuerst getrennt werden müssten. Außerdem verfügen viele Länder nicht über die erforderlichen Systeme und Verfahren für das Recycling von komplexen Verbundmaterialien. Doch bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen innerhalb der EU wiederverwertbar oder wiederverwendbar sein. Die Lösung: Leichte, flexible Folien, die nur aus einem einzigen Kunststoff bestehen. Daran zumindest arbeiten derzeit mehrere Kunststoff-Hersteller. So ist für eine Lösung des Recyclingproblems also weiterhin Ingenieurskunst gefragt, die für Recycling besser geeignetes Plastik entwickelt. Statt einer unübersichtlichen Gemengelage fragwürdiger Stoffe, die sich weder sortieren noch recyceln lassen, braucht es sortenreines und möglichst ungefärbtes Plastik. Statt Einwegkunststoffen, die nur verbrannt werden können, braucht es standardisierte Verpackungen, die ein Pfandsystem ermöglichen.