Die Umstellung auf Ökolandbau schützt Tiere und schont die Umwelt.
Die Umstellung auf Ökolandbau schützt Tiere und schont die Umwelt. iStock / StockSeller_ukr

Klimafreundliche Landwirtschaft

Mehr Tierwohl fürs Klima

In der deutschen Industrie schlummert ein enormes Potenzial: industrielle Abwärme. Diese bisher oft ungenutzte Energiequelle kann durch moderne Abwärmerückgewinnungssysteme effizient genutzt werden, um fossile Brennstoffe zu ersetzen und die CO₂-Emissionen erheblich zu reduzieren. Insbesondere Großwärmepumpen bieten dabei eine vielversprechende Technologie, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben.

PW
· 2025
Erschienen in

Green Future

am 21. Juli 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Was können wir tun, um unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft nachhaltiger und gleichzeitig lebenswerter zu gestalten? Diese Frage stellten sich auch Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und untersuchten, wie wir gemeinsam deutliche Fortschritte bei den...

Eine starke Reduzierung der Massentierhaltung wäre ein wichtiges Instrument, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und die Landwirtschaft umweltfreundlicher und artgerechter zu gestalten. Tierische Produkte, insbesondere Fleisch, sind immerhin verantwortlich für rund 58 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Aber auch eine Umstellung auf Ökolandbau kann zu Entlastungen für Tier und Umwelt führen. Laut dem NABU wurden im Jahr 2023 etwas mehr als elf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Bis zum Jahr 2030 – so das Ziel der Regierung – sollen es knapp 30 Prozent werden. Für Experten nimmt die Umwandlung zu mehr Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung eine entscheidende Rolle bei der Transformation der Landwirtschaft ein. 

Wer Tiere schützt, schützt auch das Klima

Diese Transformation soll auch den Tieren zugutekommen: Tierwohl und Klimaschutz gehen dabei in vielen Fällen Hand in Hand. Werden tiergerechtere Haltungsbedingungen geschaffen, leben die Tiere gesünder und länger und benötigen dadurch weniger Arzneimittel und Biozide. Im ökologischen Landbau müssen Tiere nach der EU-Öko-Verordnung beispielsweise mehr Platz in ihren Ställen bekommen, Kühen muss Weidegang, Schweinen ein Auslauf ermöglicht werden. Die Tiere müssen außerdem mit Nahrung versorgt werden, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Dabei setzen Landwirte im Ökolandbau vermehrt auf regionale Ressourcen.

Ein erster Schritt für klimafreundliche Landwirtschaft

Allein durch den Verzicht auf synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verbrauchen Öko-Betriebe pro Hektar im Durchschnitt etwa 40 Prozent weniger Energie als konventionelle Betriebe. Auch der humusschonende Ackerbau wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Doch auch bei nachhaltigen Landwirtschaftsbetrieben gibt es noch Verbesserungspotenzial. Um eine umfassende klima- und tierfreundliche Landwirtschaft in Deutschland zu schaffen, wäre beispielsweise eine noch drastischere Reduzierung des Tierbestands notwendig. Auch eine grundlegende Umstellung der Nutztierhaltung wäre sinnvoll, sollen die gesteckten Klimaschutzziele bis 2030 verwirklicht werden. 

Fakten zur nachhaltigen Nutztierhaltung
57 Prozent
der weltweiten ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen entfallen auf tierische Lebensmittel einschließlich Futtermittel.
61,8 Prozent
der Treibhausgasemissionen des deutschen Landwirtschaftssektors entfielen 2024 auf Methan — vor allem aus Verdauung und Wirtschaftsdünger in der Tierhaltung.
11,1 Prozent
der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland wurden 2024 ökologisch bewirtschaftet.
30 Prozent
Ökolandbau bis 2030 sind das offizielle Ziel der Bundesregierung; Ökobetriebe benötigen zudem im Schnitt rund 40 Prozent weniger Energie pro Hektar als konventionelle Betriebe.