Lebenslanges Lernen ist heutzutage für alle möglich.
Lebenslanges Lernen ist heutzutage für alle möglich. Foto: iStock / JLco - Julia Amaral

Karrierebegleitendes Studium

Uni in Teilzeit

Die Lehre ist abgeschlossen, der Start in den Beruf geglückt – und trotzdem reicht es noch nicht? Ein berufsbegleitendes Studium kann für lernwillige und wissbegierige Arbeitnehmende neue Türen öffnen. Eine Altersgrenze gibt es dafür nicht.

Von Saskia Schumann
· 2024

Wir müssen uns von der Annahme verabschie-den, dass wir eines Tages ausgelernt haben und alles wissen, was wir für das Leben brauchen. In einer sich immer schneller wandelnden und entwickelnden Welt gilt das Prinzip des lebenslangen Lernens als Grundpfeiler der persönlichen wie beruflichen Weiterentwicklung. Und neben den zahlreichen Weiterbildungen und Seminaren, die in vielen Firmen, aber auch außerhalb, angeboten werden, zählt das berufsbegleitende Studium zu den Königsdisziplinen. 

Fast 400 Hochschulen, Akademien und privatwirtschaftliche Bildungseinrichtungen bieten ein akademisches berufsbegleitendes Studium in Teilzeit für Berufstätige an. Hier haben Studieninteressierte die Wahl zwischen mehr als 1.700 Studienfächern, die mit Bachelor oder Master abschließen. Rund 50 Prozent der Teilzeitstudierenden sind an Fernunis eingeschrieben. Sie studieren meist im stillen Kämmerlein und kommen eher selten an den Wochenenden mit Lehrenden, Kommilitoninnen und Kommilitonen zu Präsenzveranstaltungen zusammen. Die andere Hälfte der Teilzeitstudierenden besucht Vorlesungen an freien Tagen oder in gezielt auf das berufsbegleitende Studium ausgelegten Studiengängen in den Abendstunden oder am Wochenende.

Karrierebegleitendes Studium: Uni, Arbeit und Leben unter einen Hut bringen

Klar, leicht ist es nicht, Arbeit und Studium, Alltag und Privatleben zu vereinbaren. Und sicher müssen arbeitende Teilzeitstudierende auf so einige Alltagsfreuden verzichten. Doch die Mühe lohnt sich – oft mit einem besser dotierten Job in der präferierten Branche oder mit einem Aufstieg im Unternehmen. Den Arbeitgeber müssen Beschäftigte übrigens nicht über ihr berufsbegleitendes Studium informieren. Jedoch empfiehlt es sich durchaus, das Unternehmen in Kenntnis zu setzen. Mit dem Verweis auf ein berufsbegleitendes Studium signalisieren Beschäftigte, dass sie sich weiterentwickeln möchten. Manche Unternehmen berücksichtigen ein solches Studium gar bei der Personalplanung und sehen mittel- bis langfristig eine höhere Position vor. Und das ein oder andere Unternehmen beteiligt sich auch an den Kosten für ein berufsbegleitendes Studium. 

Erschienen in

Smart New Work

am 13. Dezember 2023 in „Handelsblatt“
Wie wollen wir arbeiten? Über diese Frage wird derzeit weit mehr verhandelt als noch vor der Pandemie – bevor also Corona das Gros der Arbeitenden von heute auf morgen ins Homeoffice zwang und das Leben so radikal umkrempelte, dass eine Rückkehr unmöglich erschien. Und ja, heute...