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Interview mit Pit Grundmann

„Im Team Ziele fokussiert verfolgen“

Für den früheren Leistungssportler Pit Grundmann, Geschäftsführer der Reflex Verlag GmbH, gehören Kreativität, Überzeugung, Zuverlässigkeit und eine Portion Kampfgeist zu wichtigen Erfolgsfaktoren im Beruf.

Von Reflex Verlag GmbH
· 2025

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Erschienen in

Next Economy

am 15. Dezember 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Was ist eigentlich diese „Next Economy“? Im Kern ist sie die Idee einer Wirtschaftsweise, die nicht länger auf Kosten von Klima, Ressourcen und sozialem Zusammenhalt wächst, sondern stattdessen Wohlstand, Fairness und ökologische Grenzen zusammen denkt. Es geht um eine...
Porträt: Pit Grundmann

Pit Grundmann, um beruflich aufzusteigen, müssen ein paar Dinge zusammen passen. Welche Momente und Fähigkeiten haben Ihnen den Schub gegeben?

Sport war dafür ein elementares Erlebnis. Auf spielerische Art wurde der Leistungsgedanke vermittelt. Man erlebt, wie dicht Sieg und Niederlage nebeneinander liegen. Ziele auch bei Rückschlägen weiter im Fokus zu behalten, dabei ein Team mitzunehmen, sind Lernprozesse, die mich gut auf berufliche Herausforderungen vorbereiteten.

Digitalisierung hat die Medien radikal verändert. Worauf kommt es heute an, in diesem Metier erfolgreich zu sein?

Aus der Menge der Informationen die wichtigen herauszulesen – darauf kommt es an. Qualität geht vor Quantität, Information vor Meinung. In der Aufbereitung ist dann die Relevanz für Leser und Kunden wichtig. Diesen Ansatz verfolgt der Reflex Verlag mit seinen speziellen Publikationen.

Wie kann ein Arbeitgeber agieren, um beispielsweise für jüngere Mitarbeiter attraktiv zu sein?

Morgens mit einem Lächeln kommen, abends mit einem guten Gefühl gehen – das ist für alle erstrebenswert. Mitarbeitern eine Umgebung zum Wohlfühlen und Wachsen bieten. Vertrauen und Verantwortung schenken und Raum zur Selbst- und Fremdreflexion bieten.

Welche Gewohnheiten oder Routinen haben Sie über die Jahre entwickelt, die Ihnen helfen, langfristig fokussiert zu bleiben?

Eine feste Routine spielt für mich eine große Rolle. Immer wann es möglich ist, gehe ich vor der Arbeit zum Sport – das hilft mir, klar und mit noch mehr Energie in den Tag zu starten. Dazu kommt ein insgesamt gesunder Lebensstil, der mir körperlich wie mental Stabilität gibt. Und nicht zuletzt versuche ich, mir bei aller Professionalität den Spaß an der Arbeit zu bewahren und nicht immer alles zu ernst zu betrachten. Wer Freude an dem hat, was er tut, bleibt automatisch fokussierter.

Gab es in Ihrer beruflichen Laufbahn einen Moment, in dem Sie Ihre Ziele neu definieren mussten? Wenn ja, was hat diesen Wandel ausgelöst?

Ja, einen sehr prägnanten. Der Moment kam, als ich beschlossen habe, meine Karriere als Profisportler zu beenden. Ausschlaggebend waren immer wiederkehrende Verletzungen, die letztlich auch zu wachsender Unzufriedenheit geführt haben. Diese Phase hat mir deutlich gemacht, dass es wichtig ist, rechtzeitig innezuhalten und Ziele neu zu justieren, bevor man sich selbst aus den Augen verliert.

Was würden Sie jüngeren Kolleg:innen raten, die am Anfang ihrer Karriere stehen und hohe Ambitionen haben?

Fleiß ist nach wie vor eine zentrale Grundlage. Aber auch die Bereitschaft, manchmal den berühmten Schritt mehr zu gehen. Gleichzeitig halte ich es für entscheidend, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Und vor allem: In allem, was man tut, die eigene Authentizität einfließen zu lassen. Das schafft langfristig Glaubwürdigkeit und eigene Zufriedenheit.

Porträt: Pit Grundmann

Wie stellen Sie sicher, dass persönliche Ziele mit den Team- oder Unternehmenszielen übereinstimmen?

Indem wir Entscheidungen nicht isoliert treffen. Mir ist es wichtig, das Team aktiv einzubeziehen und gemeinsam über Ziele, Werte und die Vorgehensweise zu sprechen. Wenn sich alle bewusst auf diese Punkte committen, entsteht eine gemeinsame Richtung – und individuelle Ziele lassen sich deutlich besser mit den Unternehmenszielen verbinden.

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem Sie ein Teamziel anpassen mussten, weil äußere Umstände es erforderten? Wie sind Sie vorgegangen?

Gerade in den letzten ein bis zwei Jahren kam das häufiger vor. Die Welt und auch das Business sind deutlich schnelllebiger geworden, und es passieren Dinge, auf die man selbst nur begrenzten Einfluss hat. In solchen Situationen sind Flexibilität und Empathie entscheidend. Wichtig ist, offen zu kommunizieren, Situationen und Ziele gemeinsam neu zu bewerten, um das Team weiterhin zu motivieren – auch wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

Wie fördern Sie in Ihrem Unternehmen eine Kultur, in der Fehler als Lernchance gesehen werden?

Ein zentraler Wert bei uns ist das Experimentieren. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter bewusst dazu und schaffen dafür die entsprechenden Freiräume. Gleichzeitig lebe ich selbst vor, dass nicht immer alles perfekt läuft – auch bei mir nicht. Ein offener und konstruktiver Umgang mit Fehlern gehört für mich ganz selbstverständlich zur Weiterentwicklung dazu.

Wie gehen Sie selbst mit Stress und Druck um, insbesondere wenn mehrere anspruchsvolle Aufgaben zusammenkommen?

Interessanterweise wirkt Druck bei mir eher energiesteigernd – ich werde fokussierter und klarer. Umso wichtiger ist es dann, die vorhandenen Freiräume bewusst für mentalen und körperlichen Ausgleich zu nutzen. Als ehemaliger Leistungssportler bin ich mit Druck vertraut und empfinde ihn heute eher als Challenge als Belastung.

Wie identifizieren Sie Talente im Team und unterstützen deren Entwicklung?

Grundsätzlich verfolgen wir den Ansatz, alle Mitarbeiter gleichermaßen zu fördern und zu unterstützen. Welche Entwicklungsmöglichkeiten jemand für sich nutzt und wie stark er diese annimmt, liegt letztlich bei jedem selbst. Unsere Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen – Engagement und Eigeninitiative kommen von innen.