Der Baustoff Holz gilt als besonders klimafreundlich.
Der Baustoff Holz gilt als besonders klimafreundlich. iStock / anjajulia

Holzbauweise

Klimaretter aus dem Wald

Wohnhäuser aus Holz werden in Deutschland immer beliebter. Laut dem Lagebericht 2025 Holzbau/Zimmerer entfielen im vergangenen Jahr 24,1 (Vorjahr: 22,0) Prozent aller Baugenehmigungen im Wohnungsbau auf Projekte mit dem überwiegenden Baustoff Holz.

Erschienen in

Green Future

am 21. Juli 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Was können wir tun, um unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft nachhaltiger und gleichzeitig lebenswerter zu gestalten? Diese Frage stellten sich auch Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und untersuchten, wie wir gemeinsam deutliche Fortschritte bei den...

Kein Wunder, gilt Holzbau doch als besonders klimafreundlich. Der gesamte Gebäudesektor ist in Deutschland für rund 30 bis 40 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Hier bietet Holz als Baustoff gleich zwei Chancen. Es bindet CO₂ nicht nur über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Laut der Plattform Holzbauwelt.de
speichert ein durchschnittliches Holzhaus rund 50 bis 90 Tonnen CO₂. Das entspricht dem Jahresausstoß von bis zu 52 Autos.

Erst wenn das verbaute Holz am Ende seines Lebenszyklus verbrannt oder zersetzt wird, gelangt das CO₂ wieder in die Atmosphäre. Diese Eigenschaft macht Holz zu einem echten klimawirksamen Baustoff. Gleichzeitig ersetzt es energieintensive Alternativen wie Beton oder Stahl. Überhaupt bietet Holz eine ganze Reihe von Vorteilen, die Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit verbinden. Gerade im modularen Bauen kann Holz seine Stärken ausspielen. Vorgefertigte Holzelemente wie Wände, Decken oder ganze Raummodule werden heute unter kontrollierten Bedingungen in Fabriken hergestellt und dann direkt zur Baustelle transportiert. Da die Elemente passgenau gefertigt sind, lassen sie sich vor Ort schnell montieren. Das verkürzt die Bauzeit erheblich und reduziert Lärm- und Staubbelastung für die Nachbarn.

Holzbauweise: Verschnitt und Abfälle werden vermieden

Das ist aber nicht alles. Die präzise Vorfertigung minimiert Verschnitt und Abfälle auf der Baustelle. Das spart Ressourcen und reduziert die Entsorgungskosten. Diese Effizienzgewinne machen Holz nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Bauunternehmen können Projekte schneller und mit geringerem Ressourcenverbrauch umsetzen, was letztlich auch den Endverbrauchern zugutekommt. Die zunehmende Attraktivität des Holzbaus ist in Städten inzwischen immer deutlicher zu sehen. So entstehen Projekte wie das „Roots“ in Hamburg, ein 13-stöckiges Holzhochhaus, bei dem 5.500 Kubikmeter Nadelholz verbaut wurden. In Berlin ist auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel der Bau von rund 5.000 Wohnungen in Holzbauweise geplant. Um den Nachhaltigkeitskreis zu schließen, hat man bei diesem Projekt neben dem Holzbau die Nutzung von Geothermie sowie die Begrünung und die Installation von PV-Anlagen vorgesehen.

 

Holz ersetzt energie­intensive Baustoffe wie Beton oder Stahl.

Mit 86,6 Meter Höhe

ist das Ascent MKE in Milwaukee, USA, derzeit das weltweit höchste Holzhochhaus.