Eine zentrale Rolle spielen öffentliche Förderbanken wie die bundesweite KfW, die Investitionsbanken der Länder und die Landesbanken. Sie alle bieten – teilweise in Kooperation, teilweise eigenständig – zinsgünstige Darlehen für Existenzgründer, den Mittelstand oder für spezifische Innovationsprojekte und Infrastrukturmaßnahmen an. Eine weitere wichtige Säule sind Zuschüsse. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden und sind oft an bestimmte Kriterien geknüpft, beispielsweise an Investitionen in Forschung und Entwicklung, in Energieeffizienz oder in die Digitalisierung.
Eines der wichtigsten Förderprogramme von Bund und Ländern ist die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Mit Mitteln aus diesem Programm werden strukturschwache Regionen gestärkt, indem gewerbliche Investitionen und wirtschaftsnahe Infrastruktur gezielt unterstützt werden.
Service-Stelle für ausländische Investoren
Doch Deutschland ist auch auf internationale Investoren angewiesen. Für diese gibt es spezielle Service-Stellen wie Germany Trade & Invest (GTAI), die bei Standortsuche und Behördengängen helfen und über Fördermöglichkeiten informieren.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Fördervielfalt in Deutschland auch effektiv ist.
Ein ganz neues Instrument gerade für die Instandsetzung der maroden Infrastruktur ist das „Sondervermögen Infrastruktur“. Damit sollen Schienen, Straßen, Breitbandausbau oder Energieinfrastruktur auf Vordermann gebracht werden. Unternehmen, die von diesen Mitteln profitieren wollen, müssen sich auf Ausschreibungen bewerben, die von den zuständigen Ministerien oder Infrastrukturbetreibern veröffentlicht werden. Die Mittel fließen also nicht direkt an Unternehmen, sondern indirekt über die Vergabe öffentlicher Aufträge.
Förderung von Unternehmen: Zentrales Portal soll Überblick geben
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Fördervielfalt in Deutschland auch effektiv ist. Hier gehen die Meinungen auseinander. Einerseits gibt es Erfolgsgeschichten wie die Ansiedlung von Tesla in Brandenburg. Andererseits werden oft die hinderliche Bürokratie und die Komplexität der Förderlandschaft kritisiert. Vor diesem Hintergrund wird immer wieder eine Vereinfachung des Systems gefordert. Eine zentrale Anlaufstelle oder ein digitales „Förder-Portal“, das Unternehmen durch den Dschungel lotst, stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Überhaupt betrachten viele Unternehmen und Investoren Deutschland trotz aller Förder- und Finanzierungsbemühungen aktuell mit Skepsis. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und die Bürokratie sind derzeit eher abschreckende Faktoren.