Die Druckindustrie schaut in die Zukunft. Schon in den vergangenen Jahren haben die Druckereien Lieferketten und Produktion der Zeitungen transparent und nachhaltig aufgestellt, heute bestehen Zeitungen zu 100 Prozent aus Altpapier. Die Recyclingquote bei Magazinen und Büchern wächst beständig. Damit könnten die Druckereien gegen die Onlineangebote punkten, betonen Vertreter der Industrie. Denn viele Papierpublikationen seien bei Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit den Onlineangeboten sogar überlegen. Auch während des Lockdowns zeigte die Druckindustrie ihre Leistungsfähigkeit. Druckereien übernahmen als systemrelevante Unternehmen einen wichtigen Teil der Versorgung der Menschen mit Informationen. Auch Kioske und Buchläden sind systemrelevant und hatten während des Lockdowns die Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung mit Druckereiprodukten wie Büchern, Zeitungen und Magazinen sicherzustellen.
Drucken und Digital sind kein Widerspruch
Ohne Druckereien wäre das breite Medienangebot, mit dem die Menschen durch die Krise begleitet wurden, nicht denkbar gewesen. Die Printredaktionen der klassischen Medienhäuser haben nicht nur Diskussionen und Streit um die Gefahren und Chancen rund um Virus, Lockdown, Maskenpflicht oder Corona-Partys abgebildet und begleitet. In vielen Fällen konnten sie selbst Debatten anstoßen und moderieren. Mit der Rolle als Distributor dieser Informationen haben sich Druckereien eine hohe Anerkennung erarbeitet, die von den Lesern offensichtlich honoriert wird. Dies bedeutet aber nicht, dass Druckereien keine digitalen Technologien nutzen – ganz im Gegenteil bedeuten Internettechnologien für Druckanbieter neue Geschäftsmodelle, die sie nicht den Verlagen überlassen wollen.
Ende des Papierparadigmas
Viele wandeln sich zu Digitaldienstleistern, die im Auftrag ihrer Kunden – Verlage, Unternehmen aus der Industrie oder dem Dienstleistungssektor und auch staatlichen Organisationen – deren Informationen in allen denkbaren Formaten verschicken. Bei vielen Druckhäusern sind die Grenzen zwischen Papier und Onlineangebot inzwischen fließend. Inhalte aus dem Web werden auf Papier gedruckt, Informationen aus den Printausgaben finden ihren Weg auf Portale und in digitale Ausgaben. Mit der neuen Generation der Publishing-Software, die bereits bei vielen Druckdienstleistern installiert wird, erhalten Leser und Abonnenten alle Artikel in allen denkbaren Formaten auf ihre elektronischen Geräte – oder eben als Papierausgabe in den Briefkasten.
Quellen:
https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/medienhaeuser-verkaufen-mehr-digital-abos-in-coronavirus-zeiten-1029030280
https://www2.deloitte.com/de/de/pages/consumer-business/articles/studie-einfluss-von-covid19-auf-das-konsumverhalten.html
https://www.boersenblatt.net/archiv/1820548.html