Datengetriebene Unternehmensführung, die sich klar durch faktenbasierte Entscheidungen auszeichnet, ist noch keineswegs Standard in Deutschland. Oft dominieren noch Entscheidungen, die „aus dem Bauch heraus“ getroffen werden. Und so verwundert es nicht, dass viele Potenziale, die dazu beitragen könnten, Geschäftsziele zu erreichen oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, von Unternehmen ungenutzt bleiben.
Deutliche Vorteile erzielbar
Dabei können Firmen, die durch Business-Analytics-Prozesse die in ihrem Besitz befindlichen Daten strategisch optimal nutzen, deutliche Vorteile erzielen. „Durch die intelligente Analyse und Kombination sowie den richtigen Einsatz der Daten hilft dieser Ansatz, Prozesse zu optimieren, Kosten zu reduzieren, Risiken zu minimieren und die Performance signifikant zu steigern“, erklärt Carina Schöllmann von der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY).
Weniger zielführend ist allerdings das wahllose Sammeln von Daten ohne eine genaue Strategie. Vielmehr sollten am Anfang immer die Fragen stehen: Was will ich wissen oder erreichen, und welche Daten brauche ich dazu? Dabei gilt es auch immer, die Bedingungen des Datenschutzes zu beachten. Auch die EY-Expertin ist überzeugt, dass es in den Unternehmen nach wie vor häufig an Wissen fehlt, welche Daten tatsächlich zugänglich und verfügbar sind und wo sie genau liegen. Dabei würden es Datensilos in Kombination mit einer mangelnden Datenqualität besonders schwierig machen, die notwendigen Daten zu integrieren, zu analysieren und auszuwerten.
Element einer Gesamtstrategie
Wichtig ist, dass die Entscheidung, Daten zu sammeln, zu analysieren und dann für einen bestimmten Zweck einzusetzen, immer mit der Gesamtstrategie des Unternehmens verknüpft sein sollte. Und: Von entscheidender Bedeutung ist auch das Personal im Unternehmen, denn der Weg zu einem datengesteuerten Unternehmen bedeutet auch immer eine kulturelle Transformation. „Ansonsten läuft man Gefahr, dass zwar erstklassige datenbasierte Analyseergebnisse vorliegen, diese aber nicht genutzt werden, weil die Verantwortlichen an ihren Routinen und Bauchentscheidungen festhalten“, warnt Carina Schöllmann.