Mehr Platz, mehr Licht, besseres Futter und Spielzeug – Deutschlands Nutztieren soll es in den kommenden Jahren deutlich besser gehen. Auf die Bauern kommen damit jedoch Investitionen zu. Sie müssen Ställe umbauen und deutlich vergrößern, Außenbereiche schaffen und auch bei Futterkauf, Stroheinstreu und Gesundheitsprävention tiefer in die Tasche greifen. Drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr kosten die verbesserten Haltungsbedingungen für Schweine, Mastrinder, Milchkühe oder Hühner, hat das staatliche Thünen-Institut im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums ermittelt. „Umgerechnet auf eine Mahlzeit wären das fünf Cent“, rechnet Institutschef Folkhard Isermeyer bei der Vorstellung der Studie in Berlin vor.
Nach Schätzung des Thünen-Instituts steigen die Kosten für die Landwirte um zehn bis 20 Prozent, für Sauenhalter gar um 25 bis 30 Prozent. Unterstützung bekommen die Bauern aus dem Landwirtschaftsministerium: Hier sind zur Gegenfinanzierung eine produktbezogene Verbrauchsteuer oder eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch, Milch, Käse oder Eier von sieben auf 19 Prozent im Gespräch.
Gesündere Herden durch artgerechte Nutztierhaltung
Am Ende kämen bessere Haltungsbedingungen Mensch und Tier zugute: So fordern doch Verbraucher in Umfragen schon seit langem, das Tierwohl in den Zuchtbetrieben zu verbessern. Und auch die Bauern profitieren: Denn die bessere Versorgung der Tiere mit ordentlichem Futter, frischer Luft und viel Auslauf fördert deren Gesundheitszustand. Und stehen Rind, Schwein oder Huhn in den Ställen nicht mehr dicht an dicht, können sich Krankheiten auch nicht so schnell ausbreiten.
Quellen:
tagesspiegel.de: „Fünf Cent pro Mahlzeit reichen aus“
Deutschlandfunk: Der weite Weg zu mehr Tierwohl
Redaktionsnetzwerk Deutschland: Mehr Tierwohl, weniger Billigfleisch